Ausgeprägte Geldwertstabilität

Juni 20, 2008 by brosammen

“Ein entscheidender Grund, weshalb die D-Mark ein so hohes Vertrauen der Bevölkerung genoss, war ihre ausgeprägte Geldwertstabilität”, schreibt Bundesbankchef Axel Weber in einem Gastbeitrag in der Financial Times Deutschland heute, zum 60. Geburtstag der D-Mark.

Und weiter: Diese sei “die Voraussetzung einer möglichst gerechten Einkommensverteilung. Stabiles Geld bewahrt nämlich gerade die Gruppe der “kleinen Sparer” davor, durch Inflation schleichend enteignet zu werden. Stabiles Geld erfüllt somit eine überaus wichtige wirtschaftliche, aber auch zutiefst soziale Funktion. Kurz: Stabiles Geld nützt allen.”

Ein altes Argument, das gerne geglaubt und ständig wiederholt wird. Wie auch immer: “Ausgeprägte Geldwertstabilität” hat in Deutschland ganz hohe Priorität. Der DM trauert halb Deutschland hinterher, und der ganze Balkan mit. Angeblich rechnen noch ein Drittel der Deutschen mit Mark. Die Mark war stabil und Deutschland erfolgreich, so war es doch. In einer Forsa-Umfrage wünschen sich denn auch 58 Prozent der Deutschen die Mark zurück.

Also, ausgeprägte Geldwertstabilität. Immerhin: 1999, als die Mark dann vom Euro abgelöst wurde, besaß sie noch eine Kaufkraft von 27 Prozent ihres Wertes von 1948. Im gleichen Zeitraum büßten Währungen wie der französische Franc oder das britische Pfund weit über 90 Prozent ein.